Catalina erlangt ihren alten Glanz zurück
Catalina Island ist in Vergessenheit geraten und somit war sie lange als Urlaubsziel nicht mehr angesagt. Warum, das wusste keiner so genau. Dabei ist die Insel der Küste von Los Angeles nur zwölf Meilen vorgelagert. Das sind nur 15 Minuten mit dem Linien-Helikopter und knapp 65 Minuten mit dem Passagier-Katamaran, der in der Hochsaison in jede Richtung bis zu neunmal am Tag fährt.
Und plötzlich wollen alle wieder auf diese Insel. Woher dieser plötzliche Boomkommt weiß keiner, jedoch ist nachvollziehbar warum man auf diese Insel möchte: Die Strände der Insel sind schön und meist einsam sind, weil im Hinterland ein paar hundert Bisons weiden, Adler am Himmel ihre Kreise ziehen, die Insel unter strengem Naturschutz steht. Wahrscheinlich, weil William Wrigley junior hier vor bald hundert Jahren die Zeit angehalten hat.
In den siebziger Jahren wo die Insel Catalina längst nicht mehr angesagt war, brachte der Besitzer (die Wrigley-Familie) 88 Prozent ihrer Privatinsel in eine Naturschutz-Stiftung ein. Außerhalb Avalons sieht es deshalb noch heute so aus wie auf dem kalifornischen Festland vor 150, vor 200, sogar vor 250 Jahren: schönstes Cowboy- und Indianerland in Cinemascope - Prärie, grasüberzogene Hügel, ein paar Kakteen, ein paar Dutzend Bisons zwischen den Bergen. Doch heute ist die Insel wieder angesagt, und es kommen Tagestouristen wie auch die Stars aus Hollywood.
Die Gruppe der sogenannten Channel Islands umfasst insgesamt acht Inseln, die sich die kalifornische Küste entlang über eine Distanz von etwa 150 Kilometern bis hinauf in Höhe von Santa Barbara verteilen. San Clemente und San Nicolas sind militärisches Sperrgebiet. Anacapa, San Miguel, Santa Cruz und Santa Rosa bilden gemeinsam den Channel-Islands-Nationalpark und verfügen leider nur über schlechte Bootsanbindungen und ein paar Trails: keine Siedlungen, keine Einwohner.
Der Nationalpark kommt deshalb übers Jahr auf so viele Besucher wie Avalon an drei schönen Sommertagen. Einzig Catalina als drittgrößte der Channel-Islands, offiziell ebenfalls mit einem im Alltag ungebräuchlichen "Santa" vor dem Namen, bietet innerhalb des Archipels Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, die nötige Ferien-Infrastruktur - und große Vergangenheit mit klangvollen Namen.
Das Städtchen Avalon selbst würde wohl auch gut ins Disneyland passen. Sie ist eine wie in Zuckerguss getauchte Siedlung aus pastellfarbenen Holzhäuschen, ein paar Hotels, einigen edlen Clubs für Yachteigner oder ambitionierte Hochseeangler.
Textqulle: Helge Sobik - www.spiegel.de
Avalon harbor, 2004
Two examples of "autoettes" in Avalon, aMini and a golfcart
The Catalina Casino, 2007
Catalina Express leaving Long Beach for Avalon, 2008
Two Harbors, the smaller of the island's two population centers
Avalon beach in summertime
View of docked seacraft from the casino
Catalina panorama, taken from a sail boat; Avalon is to the far left, Two Harbors to the mid-right
Bison on Catalina Island
Catalina manzanita, one of the island's endemic plants
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Bildquelle:
http://en.wikipedia.org/wiki/Santa_Catalina_Island,_California